Autoren-Archive: Eike Dempewolf

Unter den insgesamt 21130 Athleten waren auch einige Fastflitzer aus Osterwald vertreten, die bei optimalen Wetterbedingungen fast alle ihre Vorjahreszeiten zu unterbieten vermochten.
Traditionell stark vertreten sind die Fastflitzer auf der Halbmarathonstrecke (21 km). Hier plazierte sich René Severith in formidablen 01:28:25 h auf den 54. Altersklassenplatz. Auf den weiteren Plätzen folgten Timo Hedderich (01:33:17), Marc Bruns (01:46:59), Dirk Sanderschäfer (01:51:04) und Martin Gülke (01:56:41). Als weibliche Vertreterin überzeugte Doris Severith in respektablen 02:12:45 h.
Als einziger Osterwalder Läufer startete Eike Dempewolf auf der klassischen Marathon-Distanz. Dort konnte er auf der 42 Kilometer langen Strecke persönliche Marathon-Bestzeit erzielen und erreichte nach 03:19:17 h das Ziel am Neuen Rathaus, was ihm einen beachtlichen 34. Platz in seiner Altersklasse einbrachte.

Hannover Marathon 2016_Impressionen

Sichtlich zufrieden mit der eigenen Leistung, der perfekten Organisation und der tollen Stimmung der hunderttausenden Zuschauer entlang der Strecke lautete der einhellige Tenor der heimischen Läufer: „Hannover - wir kommen wieder!“

Impressionen_Tour de Tirol 2015

Für ihren diesjährigen Saisonhöhepunkt haben sich die beiden Langstreckenläufer Dirk Reimann (LAV Alfeld) und Eike Dempewolf von den Fastflitzern aus Osterwald etwas ganz besonderes ausgesucht: die zehnte Jubiläumsauflage der Tour de Tirol, ein anspruchsvolles Drei-Tages-Laufevent mit insgesamt 75 Kilometern und 3850 Höhenmetern bergauf. Ort des Geschehens ist das pittoreske Dorf Söll am Wilden Kaiser, bekannt auch durch die deutsch-österreichische Fernsehserie „Der Bergdoktor“. Über 1000 Teilnehmer aus 31 Nationen sind an diesem Oktoberwochenende am Start, darunter einige Asse der Laufszene wie Patrick Wieser aus der Schweiz, der Bulgare Shaban Mustafa und die späteren Gesamtsieger Jasmin Nunige (Schweiz) oder Robbie Simpson aus Schottland, allesamt Profis mit Erfolgen bei Berglaufweltmeisterchaften und Leichtatlethik-EM.
Nach einem harten Training, das auch auf den Harzer Teufelsstieg von Bad Harzburg zum Brocken ausgedehnt worden war, wollen Dempewolf und Reimann gemeinsam die mehrtägigen Strapazen durchstehen und zusammen das Ziel erreichen. Diese Teamarbeit hatte sich für beiden langjährigen Freunde und Laufpartner zuvor schon bei einigen anderen alpinen Rennen in der Schweiz bewährt.

Mit dem Startschuss für den so genannten „Söller Zehner“ am Freitagabend nimmt der Wettkampf seinen ersten Auftakt. Auch wenn der österreichische Veranstalter von einer „leicht kuppierten“ Runde spricht, wird den Norddeutschen sAbendlaufchnell bewusst, wie sich der Wettkampf in den nächsten Tagen entwickeln wird - denn bei den abendlichen 10 Kilometern um Söll fallen bereits 255 Höhenmeter an. Dempewolf und Reimann lassen es ruhig angehen und kommen nach knapp 50 Minuten ins Ziel. Es gilt Kräfte zu schonen für den Kaisermarathon am Samstag, der absoluten Königsdisziplin der Tour und grösster und schwerster Bergmarathon Österreichs. Mit seinen 42 Kilometern Länge und 2345 zu überwindenen Höhenmetern startet der Kaisermarathon im Söller Dorfzentrum und führt ins Ziel auf die kegelförmige Hohe Salve (1829 m).

Als der Lauf um 08:30 mit einem Böller gestartet wird, hält sich die berühmte Gebirgsgruppe des Wilden Kaisers noch bedeckt, die steilen Südwände verstecken sich in dichten Wolken. Tour-de-Tirol-Cheforganisator Martin Kaindl gibt den Marathonis noch ein vielsagendes: „Heute wird‘s kein Kindergeburtstag“ mit auf den Weg, dann bewegt sich das Läuferfeld zuerst durch die beschaulichen Wiesenhänge des Sölllandlstales. Ab Kilometer 12 bei Hauningberg ändert sich jedoch das Profil aprupt, es wird vollends steil, die Wege winden sich 800 Meter hinauf auf den Hartkaiser. Hohe SalveNun verläuft die Strecke entlang einiger Seen in stetigem Auf und Ab über die Hochflächen des bekannten Skigebietes Wilder Kaiser-Brixental zur Tanzbodenalm, wo die Läufer mitten durch eine grosse bewirtschaftete Hütte sprinten und von den Gästen angefeuert werden. Nach einer steilen Bergabpassage vom Zinsberg wird es besonders knifflig am Ende der Strapazen, wartet doch der berüchtigte Schlussanstieg von Hochsöll-Hexenwasser ins Ziel auf die Hohe Salve. Allein der letzte Kilometer mit über 300 Höhenmetern über die Südflanke des markanten Berges verlangen den Laufbegeisterten die letzten Reserven ab. Dempewolf und Reimann fluchen und motivieren sich gegenseitig bei ihrem beschwerlichen Weg hinauf auf Kaisermarathondieser im Winter als schwarze Skiabfahrt genutzten Hangfläche. Endlich ist die wolkenverhüllte Gipfelkuppe mit der kleinen Kapelle erreicht, der Kaisermarathon ist nach 5 Stunden und 52 Minuten geschafft! Es ist windig und kalt, den Läufern werden Decken gereicht, sie sollen ein Auskühlen verhindern.

Bei der Rückfahrt mit der Seilbahn ins Tal sind die Beine schwer, den beiden ist etwas mulmig bei dem Gedanken an den kommenden Tag. Hier haben sich die Veranstalter erneut etwas Spezielles ausgedacht. Als Abschluss der Tour gibt es am Sonntag einen anspruchsvollen, 23 Kilometer langen Traillauf mit weiteren 1250 Höhenmetern. Die Strecke führt um den wenig erschlossenen Gebirgszug des Pölven herum, eine Notfallausrüstung inklusiv Rettungsdecke ist aufgrund der Abgeschiedenheit der Strecke und dem technischen Anspruch Pflicht seitens des Veranstalters. In der Nacht hatte Regen eingesetzt, so das zu der herausfordernden Topographie noch ein rutschiger Untergrund hinzukommt. Wie viele andere Absolventen des Bergmarathons am Vortag halten sich die heimischen Läufer anfangs mit dem Tempo zurück. Hohe Konzentration ist angesagt auf den schmalen Bergpfaden, die über Baumwurzeln und Geröll an kleinen Wasserfällen und einer seilgesicherten Felspassage vorbei führen. PoelventrailEin Höhepunkt ist der Durchlauf des sonst gesperrten Steinbruchs oberhalb Bad Häring, in dem grosse Nutzfahrzeuge den Beginn zum langanhaltenden Aufstieg auf das Juffinger Jöchl markieren.  Ein Schild mit der Aufschrift: “Jetzt wird’s steil“ untermauert die bevorstehende Anstrengung. Oben am Gipfelkreuz angekommen, bleibt kaum Zeit zum Durchpusten, sofort windet sich ein extrem abschüssiger Pfad mehrere hundert Höhenmeter zur Siedlung Ried hinunter, von der man endlich die Dorfkirche von Söll erblickt. Nur noch drei Kilometer, dann laufen Dempewolf und Reimann nebeneinander in das von vielen Zuschauern flankierte Ziel, sie fallen sich in die Arme.

ZieleinlaufDie grosse Kraftanstrengung der vergangenen Tage über eine Gesamtlaufzeit von 9 Stunden und 58 Minuten wird mit dem respektablen 43. und 44. Platz in ihrer Altersklasse und einem grossen Apfelstrudel im Ziel belohnt. “Es war ein herausfordernder, aber erstklassig organisierter Bergwettkampf mit phantastischen Landschaftseindrücken. Spannend war zu sehen, wie unsere müden Knochen jeden Tag auf neue Herausforderungen gestellt wurden“, so die beiden Läufer aus dem Weser-Leinebergland, die am Ende zufrieden zum Wilden Kaiser hinaufblickten.